Buchtipp: Die Damen des Bösen – Viktorianische Geistergeschichten / book tip: The Gentlewomen of Evil – Victorian ghost stories

•28. November 2009 • Kommentar schreiben

Gothic ist keine Erfindung Jugendlicher Ende des 20. Jahrhundert, sondern ist schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Damals aber vor allem bei den vornehmen Damen und den Intelektuellen. Diese Sammlung von Kurzgeschichten ist ein absolut geniales Beispiel dafür, was diese Menschen damals beschäftigte.
Denn sie trieb die Existenz des Übersinnlichen, des Paranormalen. Die Geschichten in diesem Buch sind keine blutigen Horrogeschichten, wie sie heute geschrieben werden. Sie leben vielmehr von der Vorstellung, dass Paranormales existiert. Auch wenn die Geschichten fiktiv sind, entwickeln sie ihren gruseligen Reiz aus der Tatsache, dass sie vielleicht passiert sind. Vielleicht? Oder waren die Menschen damals gerade besonders empfänglich dafür?

Immer noch gebraucht zu finden ;-)

Peter Haining (hrsg.)
Die Damen des Bösen – Viktorianische Geistergeschichten

Gothic is not an invention of young persons at the end of the 20. Century, but is already developed in the center of the 19. Century. At that time however particularly from distinguished ladies and the intellectuals. This collection of short stories is an absolutely ingenious example for it, what interested these people. Because they have been driven by the existence of the paranormal. The stories in this book are not bloody horror as it is written today. They live rather on the conception that paranormal things exists. Even if the stories are fictitious, they develope their spooky attraction from the fact that they maybe have happened. Maybe? Or were the people at that time particularly sensitive to it?

Still to find used ;-)
Peter Haining (ed.) The Gentlewomen of Evil – Victorian ghost stories

Unibesetzungen 2.0 / University squatting 2.0

•28. November 2009 • Kommentar schreiben

Die Unibesetzungen dauern an. Nach Schul- und Bildungsstreik werden es immer mehr Unis in Deutschland, Österreich und ganz Europa, wo Studenten ihren Protest ausdrücken. Das Erschreckende ist, dass die Politik und die Medien eine Politik des Schweigens betreiben, höchstens mal ein Streicheln: „ja ihr habt ja recht“
Man kann nur hoffen, dass jetzt die chaotische Vergabe der Masterstudienplätze die Aktionen noch mal richtig in Bewegung bringt.

University occupations persist. After school and education strike it becomes more and more universities in Germany, Austria and whole Europe, where students express their protest. The alarming is that the policy and the media operate a policy of the silence, or are just calming down: “ oh yes you are right“ One can only hope that the chaotic assignment of the master study places brings some motion in the actions.

links:
http://www.zeit.de/campus/2009/06/master
http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2009-11/studentenproteste-social-media-2
http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/

Zum Tod von Robert Enke- Als Sportler ein Idol, als Mensch ein Symbol für eine grosse Lücke in unserer Gesellschaft

•16. November 2009 • 2 Kommentare

Der Tod Robert Enke’s ist ein Beispiel dafür wie wenig Kultur unsere westlichen Zivilisationen im Umgang mit psychischen Krankheiten hat. Ein Thema das mir schon lange auf dem Herzen lag und auf tragische Weise einen aktuellen Anlass gefunden hat.
Schon körperliche Krankheiten galten im Christentum seit jeher als Erscheinung des Bösen, psychische Krankheiten um so mehr. Und gerade in unserer modernen Zeit im 21. Jahrhundert nimmt diese christlich abergläubische Haltung wieder stark zu, wie ich hoffe bald in einem anderen Blog zu erörtern.
Aber auch unsere moderne Medizin und Psychologie sind völlig überfordert mit der Behandlung psychischer Krankheiten, zumal sich die Krankheitsbilder ständig verändern und ständige neue Erscheinen. Was für 100 Jahren Gültigkeit haben mochte, ist im 21. Jahrhundert meist gar nicht mehr anwendbar, zu sehr hat sich unsere Lebensweise verändert. Und eine Pharmaindustrie hat kein Interesse an seelischer Gesundung, sondern an guten Absatzzahlen.
Unsere Leistungsgesellschaft erwartet von den einzelnen ein ständiges Funktionieren. Krankheiten und Schwäche werden als Unfähigkeit des einzelnen gesehen und sofort sanktioniert. Dabei sind es gerade die Schwächen und Unzulänglichkeiten, die Menschen zu Höchstleistungen antreiben. Viele Künstler und Sportler zeugen davon. Gibt es eine Untersuchung darüber, wieviele Spitzensportler aus Handicaps heraus ihre Leistungsfähigkeit entwickeln? Ist Ehrgeiz nicht in Wirklichkeit nur das Bemühen vorhandene Schwächen und Unzulänglichkeiten zu überwinden?
Robert Enke ist vielleicht das beste Beispiel, aber auch ein Beispiel für die Angst davor in unserer Gesellschaft etwas über sich selber preiszugeben. Die Angst und Verzweiflung, die auch in so vielen Blogs im Internet zu finden ist, an unseren Schulen und bei den Menschen zu Hause. Die so viele tausende Menschen jährlich zum äussersten treibt.
Andererseits ist und wird die Bereitschaft der Bundes-, Landes- und städtischen Organisationen, der Krankenkassen, den einzelnen bei Krankheit und Not zu unter-
stützen, immer weiter zurückgebaut. Menschen werden in unserem Land mit schweren Krankheiten und Leiden sich selbst überlassen, weil gespart werden muss. Wieder geht die Rede von der Hilfe zur Selbsthilfe um und gemeint ist, helft euch selber, wir wollen nicht. Wieder überlässt man das menschlich sein den caritativen Einrichtungen, der Rest wendet sich ab und hüllt sich in Schweigen.
Wenn selbst wohlhabende Menschen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, letztendlich mit ihrem Leiden alleine sind, wieviel mehr die Durchschnittsbürger und Unterpriviligierten.
Wenn der Tod von Robert Enke und das Presseinterview seiner Frau uns etwas vor Augen geführt haben, dann die Oberflächlichkeit und Herzlosigkeit unserer Gesellschaft in der heutigen Zeit.
Ich denke ohne das Interview seiner Frau und die heutige Trauerfeier, hätten sich allzu viele schnell wieder dem Alltag zugewendet.

Wie schon vor 30 Jahren Unibesetzungen – cool und gleichzeitig bestürzend /Update: Noch mehr Uniproteste

•7. November 2009 • Kommentar schreiben

Noch ein Flashback, wo ich letztens doch schon so einen eigenen hatte, siehe meinen Blog. Schon damals vor 30 Jahren gab es Unibesetzungen/Unistreiks aus genau den gleichen Gründen und mit gleichen Forderungen.
Cool und gleichzeitig bestürzend.
Cool, weil die Studenten sich wehren, und bestürzend, dass es immer noch um die Gelichen Forderungen geht – eine freie Universität, die allen offen steht und nicht nur priviligierten.
Aufmerksam geworden bin ich durch einen wirklich klasse Blog. In den deutschen Medien wird so gut wie nichts darüber berichtet. Aber wer mehr wissen will, die beiden emsigen und wirklich guten Blogbetreiber habe eine geniale Linksammlung zusammengetragen.

At what speed must I live?

uniprotest 2.0

Die Zeit vom 15.11.2009 zu den immer stärler werdenen Uniprotesten

Studentenproteste

Die ersten Amtshandlungen der neuen Bundesregierung – welch ein Hohn

•7. November 2009 • Kommentar schreiben

Deutschland befindet sich endlich wieder im Krieg und die CDU/CSU ist begeistert. Es ist zwar kein richtiger Krieg nur gegen Aufständische in Afghanistan. Aber Deutschland ist endlich wieder kriegführende Nation. Wie ich vor der Wahl schon sagte, die CDU/CSU sieht Deutschland wieder auf dem Weg zur Weltmacht.
Völlig vergessen, dass Deutschland in den 60ern und 70ern eine wichtige Vermittlerrolle im Ost-West-Konflikt, Nord-Süd-Dialog und zwischen den Religionen hatte. Gerade das war eine Domäne der FDP. Alles vom Tisch gewischt in einer einzigen Pressekonferenz, Hauptsache draufhauen. Egal wieviele dabei draufgehen.

Nicht minder die Verlautbarungen zum Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig heisst es, aber gleichzeitig heisst es die Agentur für Arbeit macht eine milliardenschweres Defizit, weil die Arbeitslosenzahlen gestiegen sind. Also über solch kleinliche Widersprüche sollte man doch wirklich dezent hinwegsehen. Schliesslich sind Arbeitslose ja in erster Linie Futter für die Statistiken, die man, je nachdem wies gebraucht wird, manipulieren kann.

Herr Westerwelle behauptet immer noch mit der Ausbeutung der Bürger ist jetzt Schluss (was hat das mit Aussenpolitik zu tun?), obwohl inzwischen alle Fakten auf dem Tisch liegen, wie die Steuerentlastungen den Bürgern doppelt und dreifach wieder aus der Tasche gezogen werden sollen. Die Frage ist ja auch, welche Bürger will er entlasten? Die FDP hat nie gesagt, daß alle Bürger entlastet werden sollen.

Die neue Gesundheitspolitik schlägt schon zu

•7. November 2009 • Kommentar schreiben

Nun werden die ersten Medikamente für schwerkranke Menschen auf Privatrezept umgestellt. Ein Medikament meiner Frau, das gut verträglich ist und wenig Nebenwirkungen hat, wird zu Gunsten eines für die Krankenkassen „billigeren“ Medikaments mit erheblichen Nebenwirkungen nicht mehr auf Krankenkassenrezept verschrieben, sondern nur noch auf Privatrezept.
Nun kann die Konservativ-liberale Koalition endlich ungehindert Politik für die Reichen in unserem Land machen.
Wie sagte Herr Westerwelle gestern so schön: „Dass die Abkassierpolitik der großen Koalition jetzt zu Ende gehen muss“ – Genau denn nun beginnt erst die richtige Abkassierpolitik. Jetzt darf man doppelt dafür bezahlen gesund zu bleiben. Erstmal an die Krankenkasse, dafür dass man überhaupt zum Arzt gehen darf und dann nochmal an die Pharmaindustrie dafür, daß man leben darf.

Flashback-Zeitsprung: Heute vor 30 Jahren

•25. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Der Oktober vor 30 Jahren war für mich eine absolut lebensverändernde Erfahrung.
Ich war aus meiner Heimatstadt weggezogen nach Köln, es war nicht meine erste Wohnung, aber eine völlig neue Stadt.
Ich hatte mit dem Studium angefangen. Geschichte, Theater-Film-Fernsehwissenschaft, Germanistik. Eigentlich wollte ich ja mal Psychologie studieren, aber den NC hatte ich verpasst. Nun da ich sowieso Musik machte und Kabarett, wollte ich etwas in dieser Richtung machen. Dazu war und bin ich ein absoluter Erich Kästner Fan, der hatte Deutsch, Geschichte und Theatergeschichte studiert. Smile.
Ein Glück war dass viele meiner Freunde auch nach Köln gegangen sind. Es war die schönste Zeit meines Lebens dort in Köln zu studieren. Ich lernte sehr viele wunderbare Menschen kennen. Köln hatte damals schon ein Nachtleben wie kaum eine deutsche Großstadt neben Berlin und München. Das Luxor und das Blue Shell sind immer noch mit die angesagtesten Läden für Nachtleben und Konzerte. Cool.
Nur als Info für die Nachgeborenen: Damals hatten wir weder Handys noch Internet. Ehrlich keiner von uns hätte sich sowas auch nur vorstellen können. Die meisten von uns hatten noch nicht mal ein Telefon. So war es notwendig sich rechtzeitig vorher zu verabreden, wenn man Samstagabend ausgehen wollte. In Köln konnte es dann schonmal passieren, dass man sich verpasste, wenn man zu spät kam. Und so zog ich manche Samstag Nacht alleine durch die Nachtlokale, um am Montag in der Uni dann zu hören, daß die anderen auch z.B. im Blue Shell gewesen sind nur eben früher als ich.
Ich war in dem Sommer 1979 für 3 Monate bei meinem Bruder in Melbourne gewesen. Australien war eine Erleuchtung für mich. Ich habe nie wieder so eine geniale Mischung aus Disziplin und Südländischer Lebensweise erlebt. Die Menschen dort kennen kein Vordrängeln, kein Schubsen kein ich habe es eiliger wie Du oder ich bin besser wie Du. Weil alle dort zeit haben, unendlich viel Zeit. Der Hauptzweck der Arbeit ist die Freizeit vernünftig zu gestalten, dafür macht man gerne Überstunden, um die in einer sinnvollen Form wieder abzufeiern.
Ein Freund meines Bruders war auch zu Besuch damals, er lebte auf Papua und machte auf mich den Eindruck eines Gurus. So eine Ruhe und Weisheit strahlte er aus. Aber er war eigentlich nur ein Farmer.
Das waren meine Eindrücke die ich mitbrachte und die mich völlig verändert hatten.
Das war mein Leben in diesem warmen Oktober 1979.
Gleichzeitig marschierten die Sowjets in Afghanistan ein, aus den selben Gründen wie heute die Amerikaner und mit denselben Problemen. Dies und der NATO-Doppelbschluss sorgten für eine neue Eskalation des Kalten Krieges. Das bedeutetete für uns Menschen, daß jeden Moment die Erde in die Luft fliegen konnte. Jede Sirenenübung bedeutete kalte Angst.
Die Grünen zogen 1979 zum erstenmal in Bremen in ein Landesparlament ein. Noch gab es keine Bundespartei.
Das Atomare Endlager in Gorleben war Dauerthema. Es war das Jahr der Hausbesetzungen. Beides war ständiger Stoff für Demonstrationen und harten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es wurden Telefonlisten eingeführt unter den linken Studenten. Man wurde über eine Demo, eine Hausbesetzung oder auch eine Räumung eines besetzten Hauses von jemandem informiert und hatte genau eine Telefonnummer, die man selber informieren musste. Heute würde man das wohl als Flashmob bezeichnen. Gleichzeitig gab es Tips und Infos, woran man erkennen konnte, dass ein Telefon abgehört wurde. Schließlich befanden wir uns in einem Deutschland, das überall Terroristen und Sympathisanten vermutete, wo es um eine andere politische Meinung ging. Für mich begann an der Universität überhaupt ein verstärktes politisches Leben.
Im Kino starteten Apokalypse Now und Alien, die ich beide nicht im Kino gesehen habe. Dafür habe ich mir 2 Wochen später dann Quadrophenia den Film von The Who angesehen. Immerhin war das schon lange meine Lieblingsplatte.
Musikalisch änderte sich auch alles New Wave und Punk beherrschten mich und die Hitparaden. Joe Jackson, The Police, Gary Numan’S Tubewayarmy, Peter Gabriel, das waren meine Topacts 1979 und sie veränderten meinen Musikgeschmack total. Heute ist vielleicht nicht mehr so klar, dass Peter Gabriel einer der wichtigsten New Wave Musiker war. Es war keine Genesismusik, die er Solo produzierte, sondern purer New Wave.
Aber es spielten diesen Oktober 1979 auch Supertramp in Köln in der Sporthalle mit ihrer Breakfast in Europe Tour.
Die neue Generation Musiker war schon am Start, die alte noch auf ihrem Höhepunkt.

Die Legende von Paul und Paula – gerade im Fernsehen

•4. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Gerade im Fernsehen auf Arte:
Die Legende von Paul und Paula. Einer der schönsten deutschen Filme

Die Legende von Paul und Paula

Erstaunlich wie sehr dieser Film auch die Menschen im Westen angesprochen hat. Überhaupt hat der Plenzdorff, der das Drehbuch schrieb, den Ton der Zeit getroffen. Hatte er doch zur gleichen Zeit ein geniales Theaterstück in den ost- und westdeutschen Theatern: Die neuen Leiden des jungen W.
Und wovon erzählte dieser Plenzdorff?
Von der Freiheit.
Nicht von der Freiheit wie sie heute verstanden wird, eine Partei wählen zu können oder ein politisches System. Nicht die Freiheit, wie sie der Westen damals verkauft hat, Sex mit jedem und zu jeder Zeit haben zu können.
Sondern echte Freiheiten:
Die Freiheit zu entscheiden wann man eine Beziehung eingeht und wieder beendet. Nicht wie es heute noch in unserer Gesellschaft ist, dass eine Beziehung aus gesetzlichen Gründen ewig halten muss, dass das Ende einer Beziehung auch moralisch eine Katastrophe ist. Die Freiheit eine neue Beziehung einzugehen, wenn es so kommt. Die Freiheit zu entscheiden wann, was und wo man arbeitet. Wer kann das schon?
Die Freiheit seine Kinder nach den eigenen Vorstellungen zu erziehen. Das glauben viele, daß sie es tun, aber wehe wenn es der Gemeinde nicht gefällt.
Die Freiheit zu entscheiden, wann man stirbt. Nicht nur das unwürdige Verdikt, dass Menschen von Beamten, Maschinen und Ärzten bis zum letzten Atemzug gezwungen werden. Sondern auch sein Leben einzusetzen.

Und vermutlich deshalb ist vielen der Film heute unverständlich, denn viele haben schon vergessen, was Freiheit bedeutet.

Ein jegliches hat seine Zeit.

Deutschlandwahl: Der Kater danach

•29. September 2009 • Kommentar schreiben

Ernüchterung bei der SPD. Sind sie bald weg vom Fenster?

Zwei Trends sind klar ersichtlich, die Menschen sind Wahlmüde und es gibt keine grossen Parteien mehr in Deutschland.
Die beiden sogenannten „Grossen“ haben jeweils mehr als 80% der Wahlberechtigten nicht für sich überzeugen können. Da sollte sich vor allem die CDU nicht auf die Schultern klopfen, sondern sich fragen, warum die Masse der Menschen mit ihrer Politik nichts mehr anfangen kann.
Und wenn man betrachtet, dass unsere neue schwarzgelbe Regierung gerade mal ein Drittel der Wahlberechtigten repräsentiert, fragt man sich auch, woher die ihre Begeisterung nehmen.
Aber klar ist auch welches Drittel das war. Die, die in der ganzen Krise richtig erfolgreich waren.
Und die Begründung dafür, dass immer weniger Menschen wählen gehen, liefert das Ergebnis dieser Wahl wie kaum eine andere Erscheinung in unserem Land gleich mit. Soviele Menschen wollten eine Veränderung und was haben sie bekommen?
Alles wird sich ändern wie es war und alles bleibt so wie es schon immer sein wird. So erschreckend und so perspektivlos.
Und da gibts auch noch Menschen, die sich richtig drüber freuen.

Wahlen 2

•26. September 2009 • Kommentar schreiben

Morgen wird über Deutschland entschieden.

Wollen wir neues Weltmachtstreben, nach der alten Vorstellung die westliche Zivilisation wird am Hindukusch verteidigt? Oder wollen wir zurück zur deutschen Position des Vermittlers zwischen Nord- und Süd, Ost und West, Islam und Christentum, wie wir es in den 70ern und 80ern waren?
Wollen wir daß sich „Arbeit wieder lohnt“? Sprich noch grössere Kürzungen bei Hartz 1-4. Oder wollen wir eine Zukunft für alle MEnschen in unserem Land.
Wollen wir ein Finanzsystem an dem auch noch die Politiker verdienen? Oder wollen wir, daß Menschen, die die Welt mal eben für ihre Profitgier zu Grunde richten, auch dafür bestraft werden?
Wollen wir eine Welt, die immer mehr zensiert, unterdrückt und kontrolliert wird? Oder die Möglichkeit, daß Menschen mit ihrer Freiheit umzugehen lernen? Auch mit der Freiheit, Verbrechen zu sehen und auf sie zu zeigen und nicht die Augen zu verschliessen.
Wollen wir eine Welt, in der die Jugend ausgequetscht wird, damit sie unser aller Renten bezahlen darf? Oder wollen wir vernünftige Rentenversicherungen, die genau das tun was der Name sagt: Ansparen für das Alter, ohne dass dabei wieder eine Masse „Finanzgenies“ mitverdient.
Wollen wir zurück zu traditionellen Geschlechterrollen? Oder wollen wir die Emanzipation ins 21. Jahrhundert schaffen?
Wollen wir Bildung für die Reichen? Oder wollen wir eine Schule, die sich um die Ausbildung der Köpfe kümmert, nicht der Geldbörsen?

Morgen wird mehr entschieden, als vielleicht allen klar ist, besser klar gemacht wurde.

Siehe auch meinen letzten Blog:
Wahlen: Kommunalwahl in NRW und Bundestagswahl stehen an. Wen wählen?